Linoleum

Ratgeber: Natürliche Materialien für ein gesundes Wohngefühl

Das Naturmaterial Linoleum ist pflegeleicht sowie frei von Weichmachern und anderen Schadstoffen. Das rückt den traditionellen Bodenbelag wieder verstärkt in den Fokus der Aufmerksamkeit.

Was ist Linoleum?

Dieser elastische Fußbodenbelag wurde ab den 1950er Jahren von PVC Böden verdrängt, feiert jedoch aktuell ein Comeback. Denn wer umweltbewusst bauen will, findet damit einen Belag, der am Ende seiner Lebenszeit biologisch abbaubar ist. Bei der elastischen Rollenware dient Jute als Trägerschicht, auch Holz wird oft verwendet. Kork wird zugefügt, um die Trittschalldämmung des Bodens zu erhöhen. Die wichtigsten Bestandteile der international genormten Auslegeware sind oxidiertes Leinöl (32%), Holzmehl (40%), Farbpigmente (20%) sowie anorganische Füllstoffe wie Kalksteinpulver.

Der Name des Belags verrät den natürlichen Hauptinhaltsstoff. Denn „oleum lini“ ist der lateinische Name für das Öl der Leinpflanze, woraus das Kunstwort entstand. Das Naturmaterial dünstet keinerlei gefährliche Stoffe aus, ist belastbar, druckresistent, für Allergiker geeignet und eine ideale Alternative zu Parkett. Für Bad und Küche eignet sich das Material allerdings nicht. Denn der Naturstoff ist feuchtigkeitsempfindlich und kann bei Nässe leicht aufquellen oder sogar verrotten.

Linoleum reinigen

Dieser Fußboden hat die Eigenschaften robust und leicht sauber zu halten zu sein. Damit der Boden jedoch noch nach Jahrzehnten schön glänzt und intakt bleibt, braucht es die richtige Pflege. Falsche Reinigungsmittel können die Oberflächenstruktur beschädigen, was zu unschönen Flecken führt. Wenn Sie die folgenden Schritte befolgen, bleibt der Fußboden lange ansehnlich und wird richtig sauber.

  1. Zunächst wird grober Schmutz mit dem Staubsauger oder einem weichen Besen entfernt.
  2. Anschließend wird mit warmem Wasser, dem ein handelsüblicher, milder Haushaltsreiniger hinzugefügt wurde, und einem Wischmop sanft geputzt. Spezielle Pflegemittel können ebenfalls zum Wischen verwendet werden, normale Produkte tun jedoch genauso ihren Dienst. Es sollte nicht zu nass gewischt werden. Stahlschwämme sind tabu zur Reinigung.
  3. Nach der Reinigung ist es ratsam, den Boden mit einem trockenen Baumwolltuch zu wischen. Das verleiht dem Belag einen schönen Glanz.

Linoleum reinigen mit Hausmitteln

Ein Schuss der folgenden Zutaten ins Wischwasser verleiht dem Boden Glanz:

  • Zitronensaft
  • Apfelessig
  • Shampoo oder Spülmittel

Ein Geheimtipp für Extra-Glanz ist Kartoffelwasser, alternativ kann eine Mischung aus Wasser und Milch im Verhältnis 1:1 verwendet werden. Mit einem Tropfen Spülmittel und einem feuchten Lappen können Sie zudem hervorragend einzelne Flecken entfernen. Streifen von Schuhabsätzen entfernen Sie einfach mit einem Radiergummi.

Tipps für lange Haltbarkeit

Wer lange Freude an seinem Fußboden haben möchte, sollte zu Hause immer die Schuhe ausziehen. Denn an Straßenschuhen befinden sich oft Steinchen, Sand aus dem Garten oder im Winter Streugranulat, das die Oberflächenstruktur schädigen kann. Fällt ein Glas um, sollte die Feuchtigkeit sofort aufgenommen werden, da sie sonst in den Boden einzieht. Rissen vorgebeugt werden kann mit Terpentin. Nach der Reinigung wird damit einfach durchgewischt. Mehrmals jährlich ist zudem eine Behandlung mit Bohnerwachs zu empfehlen, den es in jedem Drogeriemarkt gibt.

Linoleum verlegen

Im Gegensatz zu Teppichen, PVC Boden und Laminat ist eine der Eigenschaften dieses Fußbodenbelags, sehr dünn zu sein. Vor dem Verlegen müssen daher Unebenheiten im Untergrund ausgeglichen und Reste vorheriger Auslegeware beseitigt werden. Gegen Risse und Unebenheiten hilft Spachtelmasse.

Danach werden die Bahnen faltenfrei ausgelegt. Nachdem ein grober Zuschnitt mit einem Überstand von mindestens zehn Zentimetern erfolgt ist, sollte die Auslegeware 24 Stunden lang ruhen. Danach erfolgt mit einem Teppichmesser ein passgenauer Zuschnitt. Dazu wird der Belag an die Wand oder an die Fliesen gedrückt und mithilfe eines Teppichlineals abgeschnitten. In den Ecken hilft ein diagonaler Schnitt, auch eine Dehnungsfuge von einem Millimeter sollte berücksichtigt werden, um Faltenwurf vorzubeugen. Ein loses Verlegen empfiehlt sich nur in sehr kleinen Räumen. Ab einer Raumgröße von 20 m² können Sie entweder mit doppelseitigem Klebeband fixieren oder den Boden vollständig verkleben, um zu vermeiden, dass Wellen auf dem Untergrund geschlagen werden. Halten Sie sich dabei unbedingt an die Anleitung und Trocknungszeit des Herstellers.

Alten Linoleumboden entsorgen

Ursprünglich waren in diesem Bodenbelag nur natürliche Stoffe wie Leinöl, Holzmehl und Kalkstein enthalten. Um die und Belastbarkeit nachhaltig zu verbessern, wurden immer mehr Stoffe hinzugesetzt. Darunter so gefährliche wie Asbest, Blei und Kobalt. Mittlerweile haben die Hersteller eine Kurskorrektur vorgenommen, doch die Problematik bleibt beim Entsorgen alter Böden. Wer im Altbau den Belag austauschen möchte und keine Hinweise auf das Alter hat, fragt daher am besten bei der Verbraucherzentrale, dem lokalen Wertstoffhof oder einem Entsorgungsunternehmen für Sperrmüll nach. Unter Umständen muss der Belag analysiert werden, was zusätzliche Kosten verursacht. Sind Schwermetalle oder Asbestfasern in der Auslegeware enthalten, gilt diese als Sondermüll und muss kostenpflichtig der Verwertung zugeführt werden. Ist der Bodenbelag jüngeren Datums, kann für die Entsorgung ein Mischcontainer bestellt werden. Um auf Nummer sicher zu gehen, empfiehlt sich jedoch auf jeden Fall ein Anruf bei der für die Gemeinde zuständigen Abfallsammelstelle. Hier erfolgt eine fachkundige Beratung, wie die beim Renovieren entstandenen Reste fachgerecht und umweltfreundlich entsorgt werden können. Dabei haben Linoleumbeläge einen bundesweit einheitlichen Abfallschlüssel. Der Code lautet 20 02 02.