Parkettboden

Als Parkett bezeichnen wir einen Boden, der aus massivem Vollholz oder mehreren Holzschichten zusammengesetzt ist und für eine lange, komfortable Nutzung verlegt wird. Parkettboden unterscheidet sich von Dielen durch die Länge der verbauten Elemente. Während Dielen oft raumbreit sind, können durch Parkettböden Verlegemuster und feingliedrige Texturen erreicht werden.

Was ist Parkettboden?

Der französische Wortursprung „parquet“ verrät bereits den Ursprung dieses edlen Fußbodenbelages. Die ersten Parkettvariationen wurden als „parquet de menuiserie“ bzw. „parquet de Versailles“ auf Grand Trianon und Versailles um das Jahr 1684 herum vorgestellt. Diese aufwändigen Böden waren eine Weiterentwicklung der Dielen, wie sie auch in bürgerlichen Haushalten den Fußbodenbelag bildeten. Sie zeichneten sich durch hohe Pflegeansprüche, teure Anfertigung durch versierte Ausstatter und eine schwierige Verlegung aus. Auch heute genießt der exklusive Holzboden den Charme einer Besonderheit, die Mieten und Kaufpreise in die Höhe schnellen lässt. Das günstige Laminat stellt eine Imitation des echten Holzbodens dar.

Parkett besteht aus einer oder mehreren Holzarten, die entweder als Massivparkett oder Mehrschichtparkett verlegt werden. Massivparkett ist dabei hochwertiger, aber auch vermeintlich schwerer zu pflegen, als Mehrschichtparkett. Dafür ist es weniger anfällig für Beschädigungen und kann heute mittlerweile auch werkseitig vorbehandelt ausgeliefert werden.

Welche Parkettböden werden am häufigsten verwendet?

Unter den Holzböden bilden Parkettböden nur eine von diversen Möglichkeiten zur Ausstattung von Wohn- und Arbeitsräumen. Für welche Art des Bodens Immobilienbesitzer und Bauherren sich entscheiden, orientiert sich häufig am Budget. Am günstigsten ist dabei das mehrschichtige Fertigparkett nach Einzelstab-Bauweise. Bei einer Stärke von 10 bis 16 mm und zwei Schichten lassen sich Fußbodenheizungen sehr gut verbauen und nutzen. Diese Lösung lässt sich wie die meisten 2-Schicht-Parkette nur 2-3 mal abschleifen und kann durch die vielen angebotenen Holzarten optisch ideal dem Raum angepasst werden.

Unter den massiven Parketten außerdem beliebt:

  • Landhaus- oder Schiffboden-Dielen, leitet mit 10 bis 25 mm Dicke Fußbodenheizung weniger gut, rustikales Flair durch dicke Dielen
  • Massivparkett (Fertigparkett), bis zu 7 mal abschleifbar, 70 bis 100 Jahre Lebensdauer
  • Hochkantlamellenparkett, massiv und auffällig gemustert, sehr edel und in Arbeitsräumen beliebt
  • Stab- oder Riemenparkett, größere Fugenbildung als Schichtparkett, hochwertige Optik, je nach Dicke für Heizung geeignet

Massiver Parkettboden zeichnet sich durch einen besseren Tritt und längere Lebensdauer aus, ist in Reinigung und Wartung jedoch anspruchsvoll. Dafür kann er höher belastet werden und zerkratzt weniger oft. Noch heute wird bei Sanierungen von Jugendstilhäusern und Altbauten der alte Parkett- oder Dielenboden häufig lediglich renoviert. Der alte Parkettboden wird in diesem Fall abgeschliffen und neu versiegelt und macht den typischen Altbau-Charme aus.

Welcher Parkettboden ist am härtesten?

Die Härte der Parkettböden orientiert sich maßgeblich an dem verwendeten Holz. Generell lässt sich sagen, dass Mehrschichtparkett stets eher bricht oder zerkratzt als Massivparkett. Ermittelt wird die Härte nach einem Messverfahren des Schweden Johann August Brinell. Er presste eine Stahlkugel von 10 Millimetern Durchmesser mit einer bestimmten Kraft und Dauer auf das Holz und konnte aus der daraus entstandenen Kerbe den Brinell-Wert ermitteln. Die höchsten Brinell-Werte der häufig verwendeten Holzarten für Parkett erzielen Wenge (39-5), Robinie (48), Doussie (33-45), so wie Merbau, Esche und Eiche mit über 40. Am schlechtesten schneidet die Fichte ab.

Je weicher die Böden, desto eher entstehen durch Möbel, herunterfallende Gegenstände und den täglichen Gebrauch Abschürfungen, Kerben und Beschädigungen.

Wie können Sie Parkettboden reinigen?

Damit Feuchtigkeit und klimatische Bedingungen den Böden nichts anhaben können, sollte stets versiegeltes Parkett verlegt werden. Die Versiegelung kann ab Fabrik oder bei der Montage eingebracht werden. Geöltes Parkett und geölte Dielen erhalten außerdem einen angenehmen Glanz.

Neben Öl und Versiegelung hilft es der Langlebigkeit, wenn Parkettböden einmal monatlich mit Wachs gebohnert werden. Spezielle Reiniger für Echtholz sind außerdem bei der Reinigung schonend zu der Oberfläche und entfernen Staub und Schmutz effizient. Hausmittel wie Spiritus, Salmiak und schwarzer Tee sollten auf Echtholzböden nicht angewendet werden. Im besten Falle wirken sie nicht gegen die Verunreinigung, im schlechten Falle hinterlässt die Behandlung Kratzer und Flecken.

Beim feucht Wischen oder der Nutzung der Pflegemittel sollte so wenig Feuchtigkeit wie möglich in den Boden eindringen, der sonst seine ursprüngliche Langlebigkeit schnell einbüßt. Einziehendes Wasser kann nach der Reinigung für Sprünge im Holz und eine Verbreiterung von Fugen sorgen. Sind Böden unansehnlich, wird eine Renovierung fällig. Dafür wird das Massivholz oder Mehrschichtparkett mit einer speziellen Schleifmaschine vorsichtig abgeschliffen und poliert. Eine saubere, neue Schicht Holz kommt zum Vorschein und muss vor dem ersten Betreten neu versiegelt und geölt werden.

Wie wird Parkettboden verlegt?

Sowohl Mehrschicht- als auch Massivparkett können durch die heutigen Bauweisen ganz einfach durch Fachausstatter oder Heimwerker verlegt werden. Etwas anders sieht es mit Sonderanfertigungen aus, die in bekannten Verlegemustern angeordnet werden. Neue Parkett- und Dielenbretter müssen sich zuerst 2 bis 3 Tage in dem Raum akklimatisieren, in dem sie verlegt werden sollen, um sich der Raumtemperatur anzupassen. Danach wird eine Unterlage oder Trittschalldämmung verlegt, die zusätzlich verklebt werden kann. Reihe für Reihe werden die Dielen aufgebracht und gerade miteinander verbunden. An den Seiten sollte durch Abstandhölzer 1 Zentimeter Raum gelassen werden. Rohre, Türstöcke und Schwellen müssen ebenso wie Endstücke aufgemessen und zugesägt werden. Die Sockelleisten werden direkt über den Abstandhaltern angebracht.

Je aufwändiger die Parkettmuster, desto eher muss ein Bodenleger-Experte hinzugezogen werden. Die schwimmende Verlegung eignet sich vor allem für Neubauten mit sehr geraden Böden.