Der vielseitige Bodenbelag aus Kunststoff

Ein Bodenbelag aus Kunststoff ist eine beliebte Alternative zu natürlichen Materialien. Wir erklären die wichtigsten Eigenschaften des Materials und zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Vinyl richtig verlegen.

Was ist Vinyl?

Vinyl ist ein Kunststoff und auch unter dem Namen PVC bekannt. Das Material ist widerstandsfähig gegen Stöße und Feuchtigkeit und daher insbesondere auch für Eingangsbereiche und Feuchträume geeignet. Egal ob in Bad, Küche oder als robuste Lösung für Familien mit kleinen Kindern oder Haustieren: Schmutz und verschüttete Flüssigkeiten können Sie ganz einfach wieder abwischen. Gleichzeitig ist Vinylboden als schicker Designboden und in vielen natürlichen Dekoren erhältlich, die Holz, Stein, Beton oder Fliesen überzeugend nachahmen. Das eröffnet Ihnen viele neue Möglichkeiten, Ihr Zuhause zu gestalten. Die Kehrseite ist, dass es eben kein Naturprodukt ist. Korkboden oder Holzdielen fühlen sich für viele Menschen angenehmer an. Wenn Sie Wert auf natürliche, nachhaltige Materialien legen, ist der Kunststoffboden nicht die beste Lösung für Sie.

Wie sollten Sie einen Vinylboden reinigen?

Vinyl ist ein sehr pflegeleichtes Material und unkompliziert in der Reinigung. Losen Schmutz entfernen Sie mit dem Besen oder Staubsauger. Das Material ist Feuchtigkeit gegenüber unempfindlich. Sie können Ihren Vinylboden also problemlos feucht wischen. Für die gründliche Reinigung können Sie dem Wasser Allzweckreiniger, Spezialreiniger für Hartböden oder Schmierseife zugeben. Was das Material gut nicht verträgt, sind Reiniger mit Lösungsmitteln oder Scheuerpartikeln.

Wo können Sie Vinyl entsorgen?

Der Kunststoff kann bei kleineren Mengen in der Regel über den Restmüll entsorgt werden. Wenn Sie einen alten Boden entfernen, müssen Sie je nach Raumgröße vielleicht etwas größere Mengen PVC entsorgen. In diesem Fall können Sie die Abfälle vielerorts zum Sperrmüll anmelden oder selbst zum Wertstoffhof bringen.

Wie wird Vinyl verlegt?

Einen Vinylboden können Sie sehr einfach selbst verlegen, weil er unkompliziert zu verarbeiten ist. Er kann auch auf Fußbodenheizung verlegt werden – im Einzelfall bitte die Angaben des Herstellers beachten.

Die Werkzeuge

Für den Zuschnitt kommen Sie mit einem guten Cuttermesser aus. Sie brauchen bei diesem Material meist nur die Oberfläche sauber einritzen. Die Diele können Sie dann ganz einfach über einer Kante oder durch vorsichtiges Hin- und Herbiegen brechen. Für schmale Stücke und Details bietet sich eine Zange als Hilfsmittel an. Und ein Winkeleisen oder Stahllineal helfen Ihnen dabei, gerade Schnitte zu machen.

Die Vorbereitung

Vinylboden sollte gut 24 Stunden am Zielort gelagert werden, damit sich das Material an die Raumtemperatur angleichen kann. Falls noch ein alter Boden vorhanden ist, sollte dieser entfernt werden. Wo nötig werden Kleberreste abgeschliffen. Anschließend wird der Estrich gespachtelt, um Unebenheiten auszugleichen. Vor allem bei fest verklebtem Vinylboden ist das wichtig, damit das Material zuverlässig haftet. Bei schwimmenden Böden gehört noch eine geeignete Trittschalldämmung auf den Estrich, bevor Sie das Vinyl verlegen.

Die Verlegung

Es gibt zwei Varianten: Dielen mit Klicksystem und fest verklebte Dielen. Wir haben für beide Arten der Verlegung eine kurze Anleitung vorbereitet.

Klicksystem

Diese Böden werden schwimmend verlegt und sind bei Bedarf einfach zu entfernen. Das Klicksystem kennen Sie vielleicht schon von Parkett und Laminat. Hier ist der Kunststoff meist auf eine HDF-Trägerplatte aufgebracht, was zusätzliche Stabilität verleiht. Jede Diele hat Feder und Nut, die ineinander gesteckt werden können. Ob Sie von links oder rechts mit dem Verlegen beginnen und wie viel Abstand Sie zur Wand einhalten sollten, richtet sich nach dem jeweiligen Produkt.

  1. Schritt: Verlegen Sie die Trittschalldämmung im gesamten Raum.
  2. Schritt: Legen Sie das erste Brett mit der langen Seite parallel zur Wand. Die nächsten Dielen stecken Sie dann jeweils an den kurzen Seiten zusammen.
  3. Schritt: Das Endstück schneiden Sie passend mit dem Cuttermesser zu. Reststücke über 10 cm können Sie am Anfang der folgenden Reihe verwenden.
  4. Schritt: Ab der zweiten Reihe klicken Sie die Dielen an der langen und kurzen Seite ineinander. Arbeiten Sie Reihe für Reihe, bis Sie die gegenüberliegende Wand erreichen. In der letzten Reihe müssen Sie vermutlich jede Diele passend zuschneiden.

Geklebte Systeme

Hier wird das Material mit einem Spezialkleber vollflächig auf den sauberen Estrich geklebt. Beim Verlegen mit Klebstoff arbeiten Sie am besten immer wenige Bahnen in einem Durchgang. Wichtig: Gibt es Dehnungsfugen im Estrich, sollten Sie an dieser Stelle auch eine Fuge im Belag vorsehen. Planen Sie in sehr großen Räumen eine Dehnungsfuge ein, damit das Material Spielraum zum Arbeiten hat.

  1. Schritt: Bereiten Sie die benötigten Vinylstücke vor und legen Sie griffbereit zur Seite.
  2. Schritt: Zeichnen Sie auf dem Estrich an, wo die Bahnen verlaufen sollen. Das hilft Ihnen dabei, die Bahnen gerade anzubringen.
  3. Schritt: Tragen Sie den Klebstoff innerhalb der vorgezeichneten Bahn nach Anweisung des Herstellers auf. Je nach Klebstoff müssen Sie jetzt eine bestimmte Ablüftzeit abwarten.
  4. Schritt: Legen Sie die vorbereiteten Stücke sauber Stoß an Stoß. Nicht zu eng, weil sonst Spannung entsteht, und nicht zu weit, weil sonst unansehnliche Fugen entstehen.
  5. Schritt: Walzen Sie die fertige Partie. Anschließend beginnen Sie für den nächsten Abschnitt wieder bei Schritt 1.